Backinthedaze.

Livin' la vida locker easy.

Sommerloch B2B Dorfblues: Eine Vier-Wochen-Exkursion in die Heimat oder There and back again

by Kilian

Was war das für 1 Sommerloch? Die Frage des blassen, dünnen Jungens von vergangener Woche hat auch für meine bescheidene Existenz absolute Berechtigung. Ja, was war das für 1 Sommerloch? Die vergangenen Wochen waren in meinem Fall, wie eigentlich jedes Jahr seit meinem Abitur, mit dem Arbeiten für einen prinzipiell harmlosen Betrieb gefüllt, was sich, Kapitalismus sei Dank, in the grand scheme of things als Ferienjob für einen Großkonzern der übelsten Sorte manifestiert (Palmöl, Umweltverschmutzung, you know the deal). Ihr wisst schon, keiner von den ansonsten engelsgleichen Großkonzernen. Auch wenn ich persönlich nicht unbedingt davon überzeugt bin, dass ich mit der Teilhabe an der Herstellung von Zahnpflegeprodukten zwingend direkten Schaden an einer anderen Stelle des komplexen Systems, welches sich globalisierte Weltwirtschaft nennt, anrichte, so bereitete und bereitet mir der Gedanke, für solche Menschen Profit zu erwirtschaften, ein flaues Gefühl im Magen. Ein Gefühl, auf das ich bisher nicht eingegangen bin, welches allerdings wie dieser eine Penner im Kino, der meint, zu jedwedem Leinwandgeschehen, welches sein – oder ihr, wir sind ja emanzipiert – in der Regel etwas über Bonobo-Niveau entwickeltes Primatenhirn mit etwa 1,8 Sekunden Lag zu verarbeiten im Stande ist, in Presslufthammerlautstärke und quer durch den Saal einen farbigen Kommentar abgeben zu müssen, an mir nagt. Come on, irgendeiner muss was zu dem Typen sagen.

Was war das für 1 Sommerloch? Mein alljährlicher Sommertrip in die unterfränkische Provinz, die meine Familie, Freunde und meinen Heimatort beinhaltet, bot und bietet, je nach Jahr, einen mehr oder minder willkommenen Kontrast zu Regensburg respektive Leipzig. Von der Großstadt zurück ins 1700-Seelen-Nest – welches ich liebe, versteht mich nicht falsch – ist eine Transition, die immer wieder für kleine Denk-, Schock- und Schmunzelmomente sorgt. In einer Gegend, in der sich die abendlichen Möglichkeiten für jeden, der sich in dieser Hinsicht noch nicht resignierend in die vorherrschenden Läden hat drängen lassen (und für jeden anderen auch), auf eine Bauerndisko par excellence, die örtliche Spielothek (Singular) und den Burger King an der Autobahn (adäquaterweise mit drei Automaten ausgerüstet) beschränken, keine Zug- und nur miserable, überteuerte Busverbindungen zur Verfügung stehen und die Böhsen Onkelz und der mallorquinische Bierkönig nicht nur als akzeptable Musik- sondern auch Fashion Choices durchgehen, kommt auch bei mir, bei aller Liebe, je näher das Ende der Zeit hier rückt, die Freude auf die Stadt mit enormer Wucht zurück. Ich hatte einen wirklich guten Sommer hier und habe enorm viel Zeit (und gleichzeitig enorm zu wenig) mit wirklich guten Freunden verbringen können, war eine Menge draußen in der Natur und habe natürlich auch die Zeit mit meiner Familie und meinem frisch pensionierten Vater genossen, aber mein soziales Umfeld, meine Wohnung und meine Hood in Leipzig (und nicht zuletzt das Institut für Zukunft) fehlen mir doch auch schon nach so kurzer Zeit – zwei Herzen schlagen, ach, in meiner Brust!

Was war das für 1 Sommerloch? Ich muss mich natürlich auch ein bisschen selbst rügen. Dafür, dass ich eigentlich so gern schreibe und mit dem Betreiben dieser kleinen Publikation hier auch mein missionarischer Eifer im Verbreiten von guter Musik und Wissen verschiedenster Grade der Nützlichkeit nicht ein Iota abgenommen hat, habe ich mir persönlich viel zu wenig Raum für schreiberischen Output eingeräumt. Alles andere war bei Schichtarbeit und Kaiserwetter natürlich wichtiger und die abzuarbeitende Liste an Material wächst beständig Richtung outta space, aber da muss ich mir an die eigene Nase fassen. Morgen abend geht es für mich wieder nach Klein-Paris und zwei Hausarbeiten (bummer!), irgendwann demnächst auch mal wieder in meine geliebte Bundeshauptstadt, um nach dem Rechten und unglaublich vermissten Freunden zu sehen, vielleicht nochmal ins Ausland und erst Mitte Oktober wieder an die Alma Mater – Zeit sollte also genug da sein! Darüber hinaus hatte ich dank zwei Wochen Nachtschicht eine Menge Zeit zum Lesen dreier sehr guter Bücher, also dürfte auch da in nächster Zeit etwas zu erwarten sein. In diesem Sinne beende ich den letzten Abend meines alljährlichen Sommercamps in der Manier vieler Abende dieses Sommers – The Joe Rogan Experience, eine Sportzigarette, ein Ayran, mein geliebter Balkon und eine milde, sternenklare Sommernacht in der unterfränkischen Provinz. Wouldn’t trade it for anything right now.

Music via Dario Zenker

Baby, ich hab Pillen und so: Die Backinthedaze.-Empfehlungen fürs MELT! 2016

by Kilian

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Ich habe am kommenden Wochenende, welches am heutigen Nachmittag für mich mit einer Fahrt vom Hotel in Dessau zur Stadt aus Eisen beginnt, wieder einmal das große Vergnügen, eines meiner Juliwochenenden auf dem großartigen MELT! Festival zu verbringen. Besagtes vergnügen hatte ich schon im vergangenen Jahr, meine gesammelten, zugegeben über große Teile der Nacht- und Morgenstunden des Festivalwochenendes ziemlich nebligen Erinnerungen der letztjährigen Ausgabe könnt ihr hier nachlesen.

Wie das von mir ebenfalls schon oftmals besuchte splash! ist auch das MELT! in der altehrwürdigen Szenerie von Ferropolis beheimatet, eingebettet in ein Tal postindustrieller Ödnis und vergangenen Glanzes, bewacht von den fünf stählernen Kolossen Gemini, Medusa, Big Wheel, Mad Max und Mosquito. Was die Location angeht, macht den beiden darüber hinaus stets extrem stilsicher gebookten  Festivals so schnell keiner etwas vor, was meine eigene Erfahrung des letzten Jahres nur bestätigt.

Aber nach dem Festival ist ja bekanntlich vor dem Festival und es ist eigentlich nie der falsche Zeitpunkt, zu den verschiedenen opulent-dekadent-hedonistischen Wochenenden der Sommermonate seinen Senf abzugeben, daher folgen hier nun für euch (und zu einem nicht unwesentlichen, einen ersten intensiveren Überblick verschaffenden Teil für mich) meine Line-Up-Empfehlungen für das MELT! 2016. In der Kriegsführung heißt es in der Regel, dass kein Schlachtplan den ersten Feindkontakt überlebt und in meiner Erfahrung ist das beim Raven nicht anders – ob ich nun also tatsächlich bei diesen Events anzutreffen bin und nicht etwa in sphärischer Meditation auf der Forest-Stage oder mit eklatanten Zweifel über mein Urteilsvermögen über der Toilette meines Hotelzimmers, kann nur das Wochenende zeigen und dass sich ausgerechnet immer die Lieblingsacts in ihrer Stagetime überschneiden, ist ohnehin Naturgesetz. Da die Nächte ja nun für jeden Feiernden unterschiedlich lang sind und sich vor allem auf einem Festival, bei dem mindestens eine Stage das ganze Wochenende lang bespielt ist, terminiere ich der Einfachheit halber jeden Tag einfach bis 12 Uhr des nächsten Tages – aber nun genug der einleitenden Worte, let’s get to business.


FREITAG

16 – 19 Uhr  |  Leon Vynehall  |  Sleepless Floor
17 – 18 Uhr  |  Bluestaeb  | Medusa
19 – 22 Uhr  |  George FitzGerald  |  Sleepless Floor
19.25 – 21 Uhr  |  Pev & Kowton  |  Melt! Selektor Stage
21 – 0 Uhr  |  Helena Hauff | Big Wheel Stage
22 – 1 Uhr   |  Shifted  |  Sleepless Floor
22.45 – 23.45 Uhr |  Gold Panda  |  Melt! Selektor Stage
23.30 – 0.45 Uhr  |  Tame Impala  |  Melt! Stage
0.45 – 1. 45 Uhr  |  Skepta  |  Medusa
1 – 2 Uhr  |  Vril (live)  |  Big Wheel Stage
2 – 5 Uhr  |  Ben Klock  |  Big Wheel Stage
3 – 5 Uhr  |  Cosmin TRG  |  Melt! Selektor Stage
3 – 6 Uhr  |  DJ Koze  |  Gremmin Beach
4 – 7 Uhr  |  Damian Lazarus  |  Sleepless Floor
5 – 7 Uhr  |  Mano Le Tough  |  Big Wheel Stage


SAMSTAG

16 – 17 Uhr  |  Falk Schacht  |  Block Party
17 – 20 Uhr  |  Shed  |  Melt! Selektor Stage
18.30 – 19.45 Uhr  |  Virginia (live) feat. Steffi & Dexter  |  Medusa
18.30 – 20.30 Uhr  | HADE & DWFL  |  Block Party
19 – 21 Uhr  |  Ed Davenport  |  Sleepless Floor
19.30 – 20 Uhr  |  Oddisee & Good Company  |  Melt! Stage
21 – 0 Uhr  |  Kobosil  |  Sleepless Floor
23 – 0.30 Uhr  |  Melt! on screen: Dunkeldeutschlands Gift  |  Forest
0 – 3 Uhr  |  Blind Observatory  |  Sleepless Floor
2.30 – 4 Uhr  |  Jamie xx  |  Melt! Stage
2.30 – 5 Uhr  |  Benjamin Damage  |  Melt! Selektor
3 – 5 Uhr  |  Freddy K  |  Sleepless Floor
3.45 – 6 Uhr  |  Boris  | Orangerie
5 – 7 Uhr  |  Dr. Rubinstein  |  Sleepless Floor
7 – 10  |  Ø [Phase]  |  Sleepless Floor


SONNTAG

14 – 16 Uhr  |  Boris  |  Sleepless Floor
16.30 – 17.30 Uhr  |  Nugat  |  Block Party
19 – 20 Uhr  |  DJ Heroin  |  Forest
20 – 22 Uhr  |  The Black Madonna  |  Big Wheel
22 – 0 Uhr  |  Motor City Drum Ensemble  |  Big Wheel

Zum Abschluss sei euch noch die in meinen Augen mit Abstand beste Performance des letztjährigen MELT! ans Herz gelegt – vom Großmeister, vom Maestro höchstpersönlich, von dem Mann, für dessen Autogramm sich auch der gute Ludwig von anstellen würde: Nils Frahm:

Beitragsbild via Dressed Like Machines | Foto vom Autor

Same same but so different: PreciousPandaExperience – Disintegration Spank

by Kilian

„Leftfield“ – ein Begriff, der dem geneigten Rechercheur qualitativer Musik bisweilen des Öfteren unterkommt. Viele (besonders selbsternannte Musikexperten) benutzen es, noch mehr benutzen es falsch und wieder mehr wissen so gar nicht, was damit gemeint sein soll. Das Collins Dictionary beschreibt es beispielsweise in der Verwendung als Adjektiv als „Left-field means slightly odd or unusual“, in der Verwendung als Nomen analog dazu „If you say that someone or something has come out of left field or is out in left field, you mean that they are untypical, unusual, or strange in some way.“ Besonders im Blick auf Musik sei hierbei allerdings zu betonen, dass Leftfield beileibe kein eigenes Genre darstellt, sondern eben eher unkonventionelle, abseits des Mainstream laufende, unübliche oder irgendwie andere Musik bezeichnet, wobei dem allgemeinen Genrebegriff in der Regel das „Leftfield“ vorangestellt wird.

Wie man auf so etwas kommt? Nunja, wie so oft eigentlich durch die Suche nach musikalischen Leckerbissen für die lechzende Leserschaft. Da – man möchte es wirklich kaum glauben – in der Wohnung des Autors dank der unendlichen Servicequalität von 1&1 erneut WLAN-Wüste herrscht, parallel dazu noch eine Hausarbeit bzw. derer drei geschrieben werden wollen und im Allgemeinen momentan relativ wenig voran geht, muss man Funde also feiern, wie sie fallen. Gesagt, getan und heute führt die musikalische Reise in die Freie Hansestadt Bremen.

Denn aus eben dieser Hansestadt stammt das Label Drowned Records, auf welchem die vorliegende Nummer im Juni diesen Jahres veröffentlicht wurde. Sie erschien im Rahmen der EP „Echt Walle Traxx“, welche sechs Tracks stark ist und von deren Labelartists Qnete, TV Tower GET_TO Crew, Alias & Alias und dem Künstler hinter diesem Stück getragen wird: PreciousPandaExperience. Wunderschön verquerer Name, beinahe keine Informationen online, aber musikalisch wirklich ganz was Feines – klingt genau nach etwas für Backinthedaze. „Disintegration Spank“ ist erfrischend anders, erfrischend abseits der Norm und doch in seiner technoiden Housigkeit – nicht zu verwechseln mit Tech House, aber den geneigten regelmäßigen Lesern muss man dies ohnehin nicht erläutern – so heimelig, dass es sich auf jedem Dancefloor und jeder Afterhour ganz formidabel schlagen wird. Die an eine Vielzahl von Technotracks erinnernde, rumpelnde Bassline, die großartig instrumentierten und eingesetzten Hi-Hats, diverse Acid-Anleihen, der Verzicht auf Vocals und dazu noch das sich perfekt einfügende Sample der Kirche von Bremen-Wallen finden zu einem wohltuend unkonventionellen Klangbild zusammen, das man auf dem Schirm haben sollte.

via Techno Scene

 

The Good Life: So war das HER DAMIT 2016

by Kilian

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/// via Instagram @wiesel_on_tour

„Her mit dem schönen Leben!“ – so steht es da. Mit Acryllack auf Stein verewigt, die Strandspaziergänger an der Ostküste Rügens begrüßend, in Kombination mit Sonnenschein, dem rhythmisch-beruhigenden Rauschen der Ostsee, der leichten Meeresbrise, allgemeinem, beeindruckendem maritimem Panorama, einer Menge Gleichgesinnter und den ersten wummernden Bässen im Hintergrund ein ganz distinktes Bild zeichnend, welches den geneigten Beobachter durchaus auf die Idee kommen lassen könnte, dass es da war: Das schöne Leben.

Spulen wir ein wenig zurück: Ende Mai 2016 machte sich eine exzeptionell schlecht vorbereitete Reisegruppe mit knapp drei Stunden Verspätung in einem beinahe an seine vorgegebenen Grenzen stoßenden VW Polo älterer Bauart auf den Weg auf Deutschlands größte Insel. Der Löwenanteil unserer Reisegruppe aus Leipzig hatte sich dazu entschieden, die Odyssee mit der Deutschen Bahn in Angriff zu nehmen – uns drei Autofahrern blieb selbstverständlich jedes einzelne Mal nur ein süffisantes Lächeln beim Gedanken an unsere sich mit ordinärem öffentlichem Personennahverkehr herumschlagen dürfenden Kumpane, als wir uns eine Zigarette nach der anderen an-, das nächste Feldschlösschen Pilsener auf- und unsere Pläne für den Inselurlaub in annähernd stressfreier Atmosphäre langsam festmachten. Drei sonnenbebrillte Tunichtgute irgendwo in der brandenburgischen Pampa bei Beelitz – der Stoff, aus dem Legenden sind. Oder so ähnlich.

Nach einer Anreise ohne besondere Vorkommnisse, bei der die Musik und gute Gespräche nur von gelegentlichen Einwänden des Fahrers, wie unfair es doch sei, dass wir beide schon so eine gute Zeit hätten und er ja fahren müsse, unterbrochen wurden, kamen wir um 23 Uhr auf Rügen an und begaben uns voller Vorfreude auf die letzten Meter in Richtung Prora. Schlussendlich auf dem Parkplatz stehend, Teile unserer Festivalgesellschaft zum Schleppen einspannend, die Zelte, je nach Skill, Zeltbauweise und Hilfsbereitschaft der durchaus schon ein paar Stunden Feiernden mehr oder minder schnell aufgebaut habend, widmete sich unsere kleine Gemeinschaft nach einer kurzen Erkundungstour des Geländes dem gemütlichen Teil des ersten Abends bei Techno, Lagerfeuer und tschechischem Bier aus Anderthalbliter-Plastikflaschen, was in der ersten berauschenden Nacht in Prora kulminierte. Die Unvernunft siegte auch bei uns und wir konnten es uns selbstverständlich nicht nehmen lassen, dem Sonnenaufgang am Strand kurz vor fünf Uhr in der Früh beizuwohnen – ein Ereignis von solch unmittelbarer, reiner und geerdeter Eleganz und Schönheit, dass ihr Glück habt, dass ich ein Foto machen konnte, auch wenn dieses der Realität so nahe kommt wie Sigmar Gabriel Hosengröße 32.

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Scheißschön. /// Bild vom Autor

Von hier an nahm das Festivalwochenende seinen natürlichen Lauf: Nach völlig ausreichenden, die Akkus wieder aufladenden zwei Stunden Schlaf in meinem Wurfzelt, das sich auf angenehme saharische Temperaturen erhitzt hatte, wollte der Tag mit Leben gefüllt werden. Kein Problem, lange OCBs waren ja genug da und die Bändchenausgabe öffnete auch nicht vor 13.30 Uhr. Immerhin einen ganzen Granny Smith gegessen habend – ein nahrhaftes, sättigendes Frühstück ist ja die elementare Grundlage auf einem jeden Festival – und das weitere Plastikflaschenbier genießen wollend, ehe es verdampft, machten wir uns daher am Strand entlang auf den etwa sechs bis sieben Kilometer langen Weg ins Strandbad Binz. Entgegen unserer Entwartung wurde das kleine Badeörtchen nicht ausschließlich von Festivalgästen überrannt, im Gegenteil schlugen wir uns auf unserer Queste nach einem Fischbrötchen und einem Supermarkt durch nicht wirklich antizipierte (und antizipierbare) Mengen an Rentnern, die für unsere aufgewärmt leicht benebelten Gehirne doch stellenweise eine Herausforderung darstellten.

Zurück am Zeltplatz wurden bis in den frühen Abend, als das Festivalgelände öffnete, Allgemeinplätze behandelt: Zeltnachbarn kennenlernen, trinken, von Handelsreisenden besucht werden, duschen, irgendwo noch eine Mahlzeit einschieben, diverse Runden Flunkyball – man kennt das ja. Irgendwann gegen 21 Uhr machten sich die Helden unserer Geschichte auf den Weg hinein ins Geschehen. Das Gelände war, neben den obligatorischen Bars und sonstigen Verpflegungsmöglichkeiten, einer Menge Platz zum Chillen und Verweilen sowie eingerahmt vom Betonkoloss, in zwei Outdoor- und drei Indoor-Floors aufgeteilt. In die Deko und den Aufbau des Geländes war sichtlich viel Aufwand geflossen, die zur Genüge ihren Beitrag zur Atmosphäre des Festivals leisteten.

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Ein kleiner Eindruck der Licht- und Videoinstallationen von Philipp Geist, die ich nicht besser hätte einfangen können. /// via Instagram @videogeist

Und auf das erste Zuckerstück des Abends musste die hochmotivierte Festivalcrowd nicht lange warten: Um 22 Uhr bespielten die großartigen Karenn die Ruine (so der Name der Stage) und Blawan und Pariah machten das, was sie am besten können – Techno, der den geneigten Hörer auf wunderbarste Weise Richtung Besinnungslosigkeit hämmert. Für meinen Geschmack und mein Wochenende der perfekte Auftakt, ganz ohne Frage. Der Rest der Freitagnacht gestaltete sich musikalisch nicht minder qualitativ hochwertig, durften wir doch unsere Gehörgänge mit Klängen vom Leipziger Local Hero Steffen Bennemann, Bambounou, den von mir über alle Maßen geschätzten Manamana, Live-Sets von Perm und Vril und zu guter Letzt noch von Ateq von Giegling vom letzten Rest Alltag säubern lassen. Die im Anschluss anstehende fünfstündige Verschnaufpause – wie sehr man dort tatsächlich zur Ruhe kam, blieb natürlich jedem Tänzer bzw. dessen Verfassung selbst überlassen – kam nicht nur den Organisatoren und Beschäftigten, sondern ohne Zweifel auch den strapazierten Beinen und Körpern der exzessiv feiernden Menge an Gästen entgegen.

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Die Ruine am frühen Freitagabend. /// Bild vom Autor

Ein wenig wurmte mich am Samstag allerdings dann doch meine Müdigkeit, da ich mich gezwungen sah, dem geschundenen Leib eine Siesta zu gönnen, auf dass er sich im restlichen Verlauf des Festivals weiter – nun ja – gönnen konnte. Jedoch blieb so für mich der Liveauftritt von Erobique am Samstagnachmittag auf der Strecke, der, verschiedenen Erzählungen unseres Camps zufolge, ein echtes Highlight war – shit happens. Doch kein Grund, sich zu grämen, stand doch noch eine weitere Nacht voller exquisiter technoider Klänge auf dem Programm. Auch wenn die Erinnerung an diese Nacht voll unglaublich intensiver und schöner Momente mit einer neuen Bekanntschaft waren, legt sich doch der Nebel der zeitlichen Distanz ein wenig auf die Genauigkeit meiner Rückbesinnung – demgegenüber zaubert mir allerdings die in ihrer Intensität ein dystopisches Crescendo fabrizierende Weltuntergangsmusik von Somewhen, DVS1 und Kobosil ob der Opulenz der auf der unfassbar lauten, heißen, stickigen und verschwitzten Bunker-Stage vermittelten Stimmung auch jetzt noch ein verwundertes, glückliches, kopfschüttelndes Grinsen ins Gesicht. Cinthie demonstrierte am frühen Morgen des Sonntages und zum mehr oder weniger Abschluss meiner Tänzerkarriere am HER DAMIT wieder einmal aufs Neue ihre großartige Qualität und bildete zu einem Wochenende Techno erster Güte einen herrlichen Kontrastpunkt, der noch die letzte Kraft aus meinen Beinen forderte – beautiful agony.

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Was ist das für 1 Bunker? /// via Instagram @wiesel_on_tour

Den Sonntagmorgen investierte ich produktiv in den ersten Sonnenbrand des Jahres, inmitten der unzähligen pretty little ravers, die tanzesmüde die einzigartige Location des Festivals am Ostseestrand zur Entspannung, zum Runterkommen, zum Schwelgen und Verweilen oder – who’d have known – einfach nur zum Baden nutzten. Mit einem mehrstündigen, alle Sinne beanspruchenden, meinen Geist für den Rest des Tages verwirrenden Erlebnis am Rügener Strand (in exquisiter, eleganter Gesellschaft), welches eventuell an einer anderen Stelle rekapituliert werden wird, bereitete ich mich darauf vor, meinen Abschied vom Baltischen Meer zu nehmen. Für Recondite und die Common Sense People Konstantin Sibold und Leif Müller fehlte unseren Campern am Sonntagnachmittag beim besten Willen die Kraft und geistige Klarheit und teilweise auch die Zeit, aber nichtsdestotrotz fuhren wir, beseelt von einem Wochenende guter Vibes und schlechter Manieren, mit einem glücklichen Grinsen, in besagtem Polo und mit dem Gefühl, das schöne Leben tatsächlich ein wenig erlebt zu haben, zurück in die Messestadt.


Was bleibt vom HER DAMIT 2016?

  • Die Musik – Im Gegensatz zu vielen anderen elektronischen Festivals, die ich bisher besuchen durfte, war der Grundtonus der musikalischen Auswahl beim HER DAMIT erfrischend technoid. Unabhängig, von welchem Tag, ab 20 Uhr konnte man sich spätestens sicher sein, dass man auf einem der Floors fündig werden würde, allerdings war auch für Freunde seichterer Gangarten stets eine Ausweichmöglichkeit vorhanden. Mit Karenn, Kobosil, DVS1, Vril und beispielsweise nd_baumecker griff man, was Techno anbelangt, tief in die Trickkiste und wählte auch mit Cinthie oder Manamana bezüglich anderer Richtungen extrem stilsicher. An dieser Ausrichtung dürften sich meiner Meinung nach auch andere Veranstalter gerne ein Beispiel nehmen.
  • Die Organisation – Ja, auch im Rügener Mai ist nicht alles eitel Sonnenschein und von mehreren selbst erlebten und mir zugetragenen Ereignissen wird das sehr positive Bild ein wenig getrübt. Die unverständliche Wasser- und Getränkepolitik, die das Mitbringen von Getränken in Tetrapaks beispielsweise nicht erlaubte bzw. bei doch an den 26 bis 27 Grad kratzenden Temperaturen zahlreiche Besucher zum Kauf von (hochpreisigem) Plastikflaschenwasser an den Bars des Festivalgeländes (an denen es entgegen einer Ankündigung kein kostenloses Wasser gab) zwang, ist ein Wermutstropfen, der auch vielen anderen Festivalgängern negativ in Erinnerung blieb. In einem Posting und einer Rundmail an die Besucher entschuldigten sich die Organisatoren zwar in allem Umfang und zur Genüge, allerdings wurden Änderungen des Programms oder der allgemeinen Organisation während des Festivals nicht korrekt oder ausreichend kommuniziert. Die Bühnen boten ebenfalls einige Kritikpunkte: Weshalb erfuhr man erst auf dem vor Ort ausgehändigten Timetable von einer fünfstündigen Pause am Samstag? Weshalb wurde die Musik zu bestimmten Uhrzeiten runtergedreht, ausgemacht oder auf die Indoor-Bühnen verlagert? Wieso wurde die Bunker-Stage nicht belüftet? Alles Fragen, deren Antworten (wie evtl. ein Natur- oder Vogelschutzgebiet rund um die Location) wahrscheinlich komplett nachvollziehbar sind, allerdings in keiner Form kommuniziert wurden und so zwangsläufig die Festivalbesucher irritieren mussten. Schade. Darüber hinaus wurden beispielsweise auch die Übernachtungstickets, welches ich in meinem Fall für 35 Euro hinzubuchen musste, an keiner Stelle und zu keinem Zeitpunkt kontrolliert – mich schmerzt weder der Betrag noch die Notwendigkeit der Buchung, ohne eine Kontrolle kommt man sich aber tatsächlich ein wenig verhumpst vor. Auch die Securities überschritten so einige Male ihre Kompetenzen bzw. stellten derer mangelnde unter Beweis, was ich sowohl aus vertraulichen Quellen innerhalb unseres Camps als auch von kolportierten Stories anderer Besucher weiß. Allerdings glaube ich fest, dass auch das Orga-Team aus der Edition 2016 lernen, seine Schlüsse ziehen und das Festival nach seinen Möglichkeiten verbessern wird.
  • Die Location – Auch, wenn ein HER DAMIT 2017 bisher weder bestätigt noch angekündigt ist, bleibt zu hoffen, dass auch im kommenden Jahr die historische Kulisse Proras ein Wochenende lang zum elektronischen Get-together einlädt – denn selbst mir fehlen schlicht und ergreifend die Worte, ein Festival in dieser einzigartigen Location, mit dem Strand in Bierflaschenwurfweite, großartiger Gesellschaft, friedlicher Atmosphäre und exquisitem Wetter adäquat in Worte zu fassen.
  • Die Größe – Mit etwa dreitausend Besuchern hat das HER DAMIT bei mir direkt ins Schwarze getroffen: Ein Festival der kurzen Wege, kein überfüllter Zeltplatz, der sich in Windeseile in eine Kloake und einen jeglichen Glauben an Menschheit und Zivilisation auffressenden Moloch verwandelt, die meiner Erfahrung nach problemlos gelungene Nutzung der bestehenden festen Toiletten und Duschen sowie die Tatsache, dass man Leute nach einmaligem Kennenlernen auch einmal wieder trifft, stehen für mich absolut positiv zu Buche.
  • Die Atmosphäre – Absolut herrlich. Kein Stress, keine Gewalt, kein atziges Verhalten (jedenfalls keines, von dem ich mitbekommen hätte), liebevolle Dekoration und eine Menge Nischen und Rückzugsmöglichkeiten, die zum Verweilen einluden. Eingebettet zwischen Wald und Strand tat die Umgebung selbstverständlich ihr Übriges.

Ich für meinen Teil hatte eine großartige Zeit beim HER DAMIT 2016 auf Rügen: Ein junges Festival, welches einige Kinderkrankheiten noch abzuschütteln hat, was meines Erachtens für die engagierte Crew allerdings kein Problem darstellen dürfte. Erfrischend anders, noch (noch!) unter dem Radar der deutschen Festivalszene und allen Beteiligten offensichtlich eine echte Herzensangelegenheit. Ich bedanke mich bei Robert vom HER DAMIT für die Einladung, unserem Camp für die tolle Atmosphäre, Helge fürs Fahren und A.D. für den schönsten und verwirrendsten Sonntagvormittag diesen Jahres – ich komme gerne wieder!

dude&phaeb – Bandmaschine (digitalluc Remix) (2014)

by Kilian

„Denk ich an deutschen Hip Hop in der Nacht, so bin ich um den Schlaf gebracht“ – zu oft und zu oft berechtigt schwirrt dieses Sentiment durch die Szene und ihre Medien. Es ist als Fan deutschen Sprechgesangs allerdings auch schön zu wissen, dass man, so man sich denn eingehender mit der Materie beschäftigt, als es das Bestellen der zehnten überteuerten Deluxe-Box oder des Coppens neuer Gewand gewordener Gräueltaten mäßig begabter musikalischer Eintagsfliegen vor der abendlichen Clubshow in mediokren Kaschemmen von Gütersloh bis Traunstein zulässt, ewigen Unkenrufen doch auch immer wieder Qualität entgegenbringen kann.

Konstanter Lieferant solcher Qualität ist der Leipziger dude26, der sowohl als Produzent wie auch als Emcee und Lyriker in Wort und Beat gleichermaßen zu überzeugen weiß. Ob solo oder in Kooperation mit seinem musikalischen Partner in crime, fablephaeb, der Output der beiden Rapper aus der Messestadt als dude&phaeb spricht für sie. Produktionen alter Schule und um mehrere Ecken gedachte und in die Tiefe gehende Texte treffen in der Musik der beiden gebürtigen Hildesheimer kongenial aufeinander und hinterlassen Hip Hop, auf den der deutsche Untergrund mehr als stolz sein kann.

Bandmaschine“ entstammt ihrem Erstlingswerk, „Monokultur„, welches im Jahr 2013 über ihr Label Daily Concept veröffentlicht wurde. Der vorliegende Remix kommt vom Münchner Produzenten digitalluc, welcher ebenfalls durch einige großartige Produktionen und Remixes in den vergangenen Jahren die Aufmerksamkeit der deutschen Hip-Hop-Heads erlangte und auch für den Track der beiden Leipziger liefert digitalluc ein formidables Klangbett: Soulig, jazzig, warm, dabei angenehm verträumt-melancholisch und mit harmonischer Instrumentierung passgenau Atmosphäre schaffend. Man muss eben nicht immer um den Schlaf gebracht sein, wenn man nachts an deutschen Hip Hop denkt.

via digitalluc

Soulful Strolling: Kidsoul – Playin Games

by Kilian

Merke: Schicke Leuten nicht den Link zu deinem Blog, wenn du seit Ewigkeiten nichts geschrieben hast. Wenn die vergangenen, aus meiner Perspektive wirklich allzu unproduktiven Wochen immerhin eines bewirkt haben, dann, dass ich mich ab sofort wieder wirklich verstärkt dem Schreiben widmen will, anstatt mir Unmengen an musikalischem, literarischem, wissenschaftlichem und anderweitig interessantem Input zu Gemüte zu führen und dabei doch immer die Gelegenheit liegen zu lassen, das Ganze in Text umzusetzen und mit den Menschen, die ich erreichen kann, zu teilen. Zum Glück ist das Material dafür zuletzt – in Ermangelung der Umsetzung hier auf dem Blog – zu einem mehr als beachtlichen Stapel angewachsen, so let’s get it on!

Auch bei recht wechselhaftem, zu nichts so recht motivierendem Wetter hier in Leipzig, hat mir doch ein Track heute definitiv zu massiv sommerlichen Vibes verholfen. Schöner noch, dass mir der betreffende Artist vorher noch komplett unbekannt war und darüber hinaus seine Homebase gar nicht mal so weit weg von meiner Heimat hat. Der Gute hört auf den Namen Kidsoul und unterstreicht besonders den zweiten Teil seines Namens mit seinem bisherigen musikalischen Output. Beeindruckend smooth schlendert Kidsoul auf den fünf Tracks, auf denen er im Vorfeld seines anstehenden EP-Releases zu hören ist, über die sahnig-souligen Beats. Ohne Probleme wechselt der junge Schweinfurter von filigranen Falsettmelodien zu verschnörkelten Flows, on point, voller Seele und immer aus einem Guss.

Auch sein Track „Playin Games“, welcher im Frühjahr diesen Jahres das Licht des Internets erblickte, stellt hier keine Ausnahme dar: Auf eine Produktion von IHPMAN und Biju, beseelt mit Verve bis zum Umfallen und Rap- und Gesangsparts, die jeder Musikaficionado, der etwas auf sich hält, nur mit einem obamahaften „Not Bad“ abnicken kann, trifft Kidsoul genau ins Schwarze. Die EP des jungen Mannes wird mit Sicherheit mehr als hörenswert werden und ihr solltet nicht verpassen, euch mit seiner Musik zu beschäftigen – es lohnt sich. Zur großen Freude aller gibt es die bisherigen Veröffentlichungen auch allesamt als Free Download, sommerlichen Vibes voller Soul aus euren Speakern steht also nichts und niemand im Wege. Das Video entstand im Rahmen der großartigen COLORS aus Berlin, bei denen mit exakt der richtigen Mischung aus Minimalismus und Verspieltheit bei Interviews und Liveshows der Fokus auf Künstler und Musik statt Effekthascherei gelegt wird, den Downloadlink findet ihr bei Soundcloud.

via Eloquent

 

Family Business: Backinthedaze. x Schirmherrschaft (WIN)

by Kilian

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Nicht nur durch den apparenten Last-Minute-Charakter dieses Beitrags wollen wir unsere Unterstützung für das hier Behandelte unterstreichen, nein, es geht wirklich um ein Thema from the heart. Die Schirmherrschaft, wenn man will, so etwas wie mein eventtechnischer Heimathafen aus Regensburg, begeht ihre wohl vorerst letzte Veranstaltung am morgigen Mittwoch im Schimmerlos – und ich beiße mir in den Allerwertesten, dass ich nicht mit wunderschönen Menschen aus meiner ehemaligen Wahlheimat zu qualitativen elektronischen Klängen durch die Nacht der Domstadt zelebrieren kann.

Die Veranstaltung vereint zwei mir sehr lieb gewordene Reihen für einen Abend unter einem Dach, die Idylle und die Schirmherrschaft. Erstere feiert darüber hinaus ihren fünften Geburtstag, von purer Abschiedswehmut am Abend vor Fronleichnam kann also überhaupt nicht die Rede sein. Überhaupt habe ich die beiden Events jeweils als Zeitpunkte in Erinnerung, an denen mir bewusst wurde, dass auch dem mehr als limitierten elektronischen Horizont zum Trotz, den Regensburg im Speziellen und die bayerische Provinz im Allgemeinen und ihre Veranstalter zu meiner Zeit präsentierten, nicht Hopfen und Malz verloren ist. So fügten die Köpfe hinter der Idylle und der Schirmherrschaft über die Jahre unter anderem Oskar Offermann, Leibniz, Iron Curtis, Cinthie, Rhode & Brown oder COEO ihrem Portfolio hinzu und beweisen auch bei der anstehenden gemeinsamen Zelebration exzellentes Gespür.

Kein Geringerer als der gute Florian Kupfer von L.I.E.S. wird als Headliner den Untergrund der Domstadt bespielen. Der gebürtige Wiesbadener, den es mittlerweile – wie so viele aus der vor Qualität strotzenden Szene – nach Berlin verschlagen hat, steht seit seinen ersten Releases 2013 für Extravaganz und Qualität. Unterstützung bekommt er von Essika vom Münchner Club-Wunderkind Mixed Munich Arts (MMA), tydings aus dem Dunstkreis des Regensburger Schimmerlos sowie einem Live-Set von Idylle-Member RWIN.

Wenn mich meine zugegeben in Bezug auf diese Nächte etwas trübe Erinnerung nicht täuscht, dürfte das ein Abriss werden, den man sich nicht entgehen lassen sollte. Damit ihr das nicht tun müsst und so wie wir wehmütig mit dem Blick über den Leipziger Osten an seine Homies denkend Trauerjoints rauchen müsst, sorgen wir dafür, dass das alles hinhaut:

  1. Nehmt bei Facebook an der Veranstaltung teil: SCHIRMHERRSCHAFT x IDYLLE w/ FLORIAN KUPFER (LIES)
  2. Gebt der Schirmherrschaft und Backinthedaze. bei Facebook einen Daumen nach oben.
  3. Markiert eure potentielle Begleitung in einem Post in der Veranstaltung.
  4. ???
  5. Steht morgen +1 auf der Gästeliste!

Alles in Kürze: Zu verlosen sind zwei mal zwei Gästelistenplätze für das morgige Event. Das Gewinnspiel geht bis morgen, 25. Mai19 Uhr. Eine Barauszahlung des Gewinns ist nicht möglich. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Gewinner werden von uns benachrichtigt.

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Sommerhit: Juicy Gay feat. LGoony – Sace Sace (Remix)

by Kilian

Auch wenn ich diese komplette Woche dank Auskurieren der Strapazen des Turn-Ups des vergangenen Wochenendes (zwei Jahre IfZ, s/o an den besten Club Leipzigs), meines löchrigen Stundenplans und dann auch noch des gestrigen Feiertages ohnehin schon in maximalem Entspannungsmodus verlebt und mich erfolgreich vor jeglicher Universitäts- und Schreibarbeit gedrückt habe, muss dieser Post an dieser Stelle allerdings einfach raus. Der Sommer 2016 hat angerufen, sein erster Hit ist da.

Juicy Gay, der „erste offen schwule Rapper Deutschlands“, 19 Jahre alt, Autotune-Aficionado und mit seiner Musik irgendwo in diesem neuen Kosmos namens Cloud Rap unterwegs, hat vor kurzem seine neue EP „Hip Hop Hurra“ – zum Free Download hier entlang – veröffentlicht. Im Zuge dessen erschien auch vor einigen Wochen „Sace Sace„, welches nun in kongenialer Zusammenarbeit mit dem von mir hoch geschätzten, von vielen zum Rap-Messias der Bundesrepublik stilisierten LGoony in einem Remix zum perfekten Sommerhit veredelt wurde.

Mit dem Video von Timo Milbredt wurde auch in optischer Hinsicht wieder genau der Richtige beauftragt, um den Neo-Lovesong an, mit und über die Marke mit der Medusa adäquat in Szene zu setzen. In Deutschland kaum erreichter Swagger, Autotuneeinsatz am idealen Scheitelpunkt von „fast too much“ und hundertprozentigem Fühlen und eine Produktion vom Allerfeinsten machen den neue Remix zu „Sace Sace“ von Juicy Gay und LGoony auf jeden Fall zu Material für heavy rotation.

via Timo Milbredt

Save the last dance: Fahrt mit Backinthedaze. zum HER DAMIT 2016! (WIN)

by Kilian

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Die Nachrichten, welche uns im Zusammenhang mit dem HER DAMIT 2016, zu dessen stolzen Medienpartnern wir von Backinthedaze. zählen, in den vergangenen Wochen erreichten, waren alles andere als erfreulich: Prora, dieser geschichtsträchtige, irrsinnige, den Größenwahn eines verrückten Regimes perfekt verkörpernde Koloss auf Rügen, wird nun, allem Anschein nach, endgültig verkauft und der Mikrokosmos aus junger Kultur, lebendiger Erinnerung und Ostseestrand wird Hochglanzferienwohnungen für Pauschalurlauber und ihre unsäglichen Nachkommen weichen müssen. Mit ordentlicher „Jetzt erst recht“-Attitüde ist es nun an uns und euch, das HER DAMIT 2016, welches aller Voraussicht nach das letzte Festival an diesem historischen Standort sein wird, ein allerletztes Mal mit Leben, Liebe und Eskalation zu füllen und so zu einem unvergesslichen Wochenende zu machen.

Mit einem mit zahlreichen Sahnestücken gespickten Line-Up, welches unter anderem mit Live-Sets von Karenn, Vril, Recondite oder dem IfZ-Resident Perm sowie DJ-Performances von Künstlern wie Ateq, Cinthie, DVS1, Kobosil oder Manamana aufwartet (vollständiges Line-Up am Ende des Posts), dürfte das letzte Maiwochenende 2016, vom 27. bis zum 29., auf Rügen zu einem Freudenfest der elektronischen Musik werden.

Zusammengefasst: Gute Musik? Check. Coole Leute? Wir sind ja da, also: Check. Jetzt fehlt eigentlich nur noch ihr! Glücklicherweise haben wir da noch zweimal zwei Tickets inklusive Übernachtung von Freitag bis Sonntag zu verlosen. Hätte da jemand Interesse? Ja? Na, also dann, hier ist, was ihr tun müsst:

  1. Gebt Backinthedaze. und dem HER DAMIT bei Facebook einen Daumen nach oben.
  2. Markiert unter dem hier eingebundenen, korrespondierenden Facebook-Post, mit wem ihr gemeinsam im Mai aufs HER DAMIT fahren wollt, lasst für den Post ein Like da und teilt das Ganze.
  3. Drückt euch selbst die Daumen, dreht euch ne Kippe, findet die große Liebe, das ist ganz euch überlassen.
  4. Wartet bis Montag, 2. Mai 2016.
  5. ???
  6. Gewinnt mit etwas Glück zwei Tickets inklusive Übernachtung und
  7. Eskaliert mit uns vom 27. bis 29. Mai in Prora!

https://www.facebook.com/plugins/post.php?href=https%3A%2F%2Fwww.facebook.com%2Fbackinthedazemag%2Fposts%2F544990595673738&width=500

ABBY SYSTEM LIVE | ABDRE | ATEQ | BAMBOUNOU | BERG | CINDY LOOPER | CINTHIE | COMMON SENSE PEOPLE (KONSTANTIN SIBOLD & LEIF MÜLLER) | CREDIT 00 | DANIELA LA LUZ | DVS1 | ELISABETH | EPIKUR | EROBIQUE | HELGE MISOF | HIVERJOHANNA KNUTSSON | JOHANNES AMENDEJONAS LANDWEHR | KARENN LIVE
K_ARIM | KOBOSIL | LEO KÜCHLER | LETOH | MANAMANA | MARCUS WORGULL | MEGGY | ND_BAUMECKER | NOACKPERM LIVE | RECONDITE LIVE |REGEN | RNDM | SANDRIEN | SOMEWHEN LIVE | STEFFEN BENNEMANNSTEREOSCOPE | TIJANA T | URBANOWSKI | UTA | VRIL LIVE

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Der Gewinn kann nicht in bar ausgezahlt werden. Die Gewinner werden von Backinthedaze. benachrichtigt.

 

Ross 154 – Until My Heart Stops (2004)

by Kilian

Auch wenn meine musikalischen Vorlieben beim Besuch einer elektronischen Tanzveranstaltung sich mittlerweile sehr weit von Deep House entfernt haben, so gibt auch dieses Genre – wie jedes, eigentlich – etliche Perlen her. Suchet und ihr werdet finden, liebe Freunde. Oder, genauer gesagt: Stolpert online über echte Schmankerl und freut euch des Lebens! Ich für meinen Teil jedenfalls stimme mich mit etwas leichterer elektronischer Musik bei miserablem Aprilwetter in Leipzig auf die anstehende Open-Air-Saison ein, bei der die Wahrscheinlichkeit, Brachiales à la Perc oder Cleric im Sonnenschein auf die Ohren zu bekommen, eher gering sein dürfte. Aber wer weiß, man soll ja den Tag nicht vor dem Open Air loben, wie es so schön heißt.

Das Stück, um welches es hier geht, wurde bereits in den frühen 1990ern produziert, fand allerdings, nach einigen Jahren des Verstaubens, erst im Jahr 2004 seinen Weg an die Öffentlichkeit. Releast auf M>O>S Recordings aus den Niederlanden – ein Label, auf welches ich über das großartige Debütalbum von Ike Release aufmerksam wurde – erschien „Until My Heart Stops“ im März 2004 auf der gleichnamigen EP. M>O>S steht für „Muziek Over Steden“, „Musik über Städte“. Das war: Niederländisch.

Verantwortlich für den Track zeichnet Ross 154 aka Newworldaquarium aka Jochem Peteri aus den Niederlanden, der seit mehr als zwei Jahrzehnten in der Szene unterwegs ist und mit seinem experimentellen Ansatz unter anderem bereits auf Delsin Records veröffentlichte.

„Until My Heart Stops“ schlägt für mich dabei genau in die Deep-House-Kerbe, die mir zusagt: Sphärisch, keine Vocals, ein unterschwelliges, aber für die Stimmung des Tracks elementares Crescendo der Drums, ideal abgestimmte Hi-Hats und Claps und ein Rhythmus, der abholt, mitnimmt und irgendwo in den verträumteren Lagen des Äthers wieder loslässt.

Bonus: Wem es genauso gehen sollte wie mir, dem sei noch die schöne Info mit auf den Weg gegeben, dass ein Repress der Platte für Ende Mai 2016 angekündigt wurde – vind ik leuk!

via MOS Recordings

 

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